Tagebuch-Bloggen

#hunderttagebuch: 83/100 – die letzten zwei Tage

Die ersten Urlaubstage haben mich ganz gut herausgefordert. Mein kleiner Sohn war wieder mit Fieber zuhause. Am Montag Vormittag haben wir “zusammen” die Spielecke ein wenig aufgeräumt. Sein Beitrag war dabei sich selbst gut zu beschäftigen.

Ein Anruf

Dann gegen Mittag telefonierte ich mit meinem Vater und bekam die Nachricht, dass meine Mutter auf die Intensivstation gekommen ist und zur Zeit künstlich beatmet wird. Das musste ich erstmal verdauen. Es würde keinen Sinn machen sie besuchen. Es ist nur ein Besucher pro Tag erlaubt und auch nur für eine halbe Stunde. Und so lief für mich der Alltag weiter.

Der Rest des Tages verlief ein wenig wie im Nebel. Die Kinder lenkten mich natürlich hervorragend ab, aber immer wenn etwas Ruhe war, fuhren meine Gedanken Karussell. Würden wir noch mal Weihnachten zusammenfeiern? Wird meine Mutter nun immer zusätzlichen Sauerstoff benötigen? Hoffentlich wacht sie bald wieder auf und übersteht alles gut. Meine Mutter ist erst sechzig Jahre alt und sollte noch viele gute Jahre vor sich haben. Ich hoffe sehr, dass sie ihre Dämonen besiegt und die Zigaretten nun beiseite legen kann.

Meine Mutter ist seit ihrer Jugend eine starke Raucherin und ihre Lunge ist angegriffen. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder kurz COPD ist der Fachbegriff dafür. Es ist unheilbar. Um die Beschwerden zu mindern und das Voranschreiten aufzuhalten ist es eigentlich unabdingbar mit dem Rauchen aufzuhören. Es wäre wirklich mein größter Wunsch wenn es dieses Mal klappt, denn ich möchte meine Mutter und meine Kinder ihre Oma noch eine ganze Weile behalten.

Ich kann jetzt bereits etwas entspannter darüber schreiben, denn der Zustand meiner Mutter hat sich verbessert. Sie atmet wieder teilweise selbst und hat auch bereits kurz die Augen geöffnet. Es geht bergauf. Vielleicht können wir dieses Jahr nicht zusammen Weihnachten feiern, aber es wird noch gemeinsame Weihnachten und andere Wiedersehen geben. Die Erleichterung über die Verbesserung war deutlich spürbar. Ich konnte davor das Bild meiner künstlich beatmeten Mutter nicht wirklich abschütteln.

Ich bin noch nicht bereit dafür meine Mutter schon in so frühen Jahren zu verlieren. Aber wer ist das schon? Oft kommt es überraschend und ich muss zugeben, ich bereite mich schon manches Mal innerlich darauf vor.

In meiner Familie ist schon lange niemand mehr verstorben und in mir wächst die innere Unruhe das es nun irgendwann soweit sein wird. Es muss ja, wir werden alle älter und niemand lebt ewig. Ich habe mich jedoch so an die jetzige Konstellation gewöhnt, dass es gerne so bleiben darf, noch für eine lange, lange Weile.

Ein paar Stunden Ruhe

Heute ist tatsächlich mein erster, richtiger Urlaubstag. Mein Mann hat bei seinen Eltern übernachtet und so musste ich mich heute morgen alleine darum kümmern beide Kiddies rechtzeitig fertig zu machen. Seit Corona und Homeoffice erledigen wir dies allmorgendlich zusammen und ich genieße es sehr. Glücklicherweise habe ich nicht verlernt mich zu beeilen. Es lief sogar ganz gut und so habe ich beide Kinder pünktlich zu ihren Morgenkreisen abgeliefert.

Und dann… dann bin ich alleine nach Hause gefahren und hatte fünf Stunden die Wohnung für mich alleine. Mein Mann wird erst am Nachmittag wieder zuhause sein und so habe ich tatsächlich absolute Ruhe. Zunächst gab es das bereits angekündigte zweite Frühstück mit einer Folge “Downton Abbey”, dann folgte ein bisschen Aufräumen, bloggen und gleich werde ich mal die ganzen Pakete sichten, die sich im Arbeitszimmer angesammelt haben und schon mal Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke eintüten.

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