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#hunderttagebuch: 62/100 – Gloomy Friday

Die Stimmung ist auf einem absoluten Tiefpunkt. Ich lese ein bisschen bei Berlin Mitte Mom mit: vielleicht ist es nur der Herbst der uns auf die Stimmung drückt. Eigentlich ist es doch aber meine liebste Jahreszeit. Vermutlich kommt einfach mal wieder alles zusammen, die dunklere Jahreszeit, Schlafmangel und dazu ein sehr krankes Kind das uns Sorgen macht.

Es ist aber auch ein verrückter Kreislauf, zumindest bei mir. Ich habe schlechte Laune weil ich wenig geschlafen habe und dann schlafe ich noch weniger. Nun gut, ich schreibe diese Zeilen am Samstag morgen und heute ist es an mir mich aus diesem Tief herauszuziehen. Hoffentlich kommt das hohe Fieber des kleinen Sohnes am Nachmittag nicht wieder. Das würde auch ein bisschen helfen. So, genug der einleitenden Worte, eigentlich wollte ich ja über den Freitag schreiben.

Am Freitag …

… wache ich ziemlich gerädert auf der Gästematratze neben dem Kinderbettchen auf. Mein Kleiner hatte in der Nacht kein hohes Fieber (dank Fiebersaft), hatte aber leider genug mit seinem Husten zu tun. Zwischendurch ruft er immer: Mama da? Mama da? Es ist niedlich und herzzerreißend zugleich. Ich habe heute ganz viel Geduld. Das ist gut. Es hilft auch sehr, dass er nicht viel dabei schreit.

Ich brauche am Morgen also eine ganze Weile um wach zu werden. Mein Mann ist fit und bringt den Großen in die Kita. Irgendwie geht das auch gerade nicht ohne Tränen. Wir haben die stressige, morgendliche “Anzieh”-Situation etwas entzerrt indem sich nur ein Elternteil darum kümmert und das andere den Flur-Bereich in der Zeit meidet, da wir uns mit unseren “Methoden” in die Quere kommen. Es hilft aber nur bedingt. Ich hätte ja morgens gerne gar keinen Stress und vor allem keine Tränen.

Den Vormittag über habe ich dann Zeit für den Kleinen. Er klettert sehr gerne auf das halbhohe Hochbett vom Großen, und wieder runter und wieder rauf und wieder runter. Es ist natürlich wichtig das ich dabei in der Nähe bin. Wir telefonieren auch noch etwas mit der Oma und spielen mit den kleinen Autos.

Zum Mittagessen koche ich Auberginen Schiffchen, gefüllt mit einer Bohnen-Auberginen-getrocknete Tomaten-Mischung, überbacken mit Cashewmus-Creme. Es ist ein Rezept aus einem der Kochbücher von Atilla Hildmann, dem leider so tief gefallenen veganen “Koch”.

Seitdem ich “How not to die” lese, wird die Lust mich vegan zu ernähren wieder deutlich ausgeprägter. Es fällt mir im Moment auch kein bisschen schwer und ich habe große Lust leckere Gemüse-Gerichte zu kochen. Ich wünschte nur meine Kinder würden auch mitessen. Erzwingen kann ich das eben nicht, aber beharrlich anbieten.

Mein kleiner Sohn baut merklich ab. Nach dem Mittagsschlaf geht es meistens los. Das hohe Fieber ist wieder da. Heute wieder mit voller Wucht. Mein Mann und ich haben beide gedacht, dass es mittlerweile ausgestanden ist.

Mit dem großen Sohn verzieren wir nach der Kita noch ein paar Kekse. Mein kleiner Sohn sitzt dabei ganz matt auf meinem Schoß, legt aber immerhin noch ein paar Zuckerperlen auf die Kekse. Mein Großer isst den Zuckerguss pur. Irgendwann ist der Kleine endgültig durch und der Große hat genug Zucker intus. Wir setzen uns alle auf die Couch und schauen Paw Patrol. Mein kleiner Sohn schläft auf meinem Arm ein und der Große kann sich anschließend beim Turnen austoben.

Nach einem schnellen Abendessen bringe ich den Großen ins Bett. Wir sind beide müde, keine gute Kombi fürs Ins-Bett-Bringen. Er weint und flippt und lacht und braucht ganz viel Zuspruch und Geduld. Ich kann das nicht mehr richtig leisten, möchte dort auch heute nicht schlafen. Wieder Tränen. Ich nehme ihn ganz lang in den Arm, fühlte mich schlecht. Hoffe, dass er sich trotzdem geliebt fühlt. Ich erkläre ihm das ich einfach sehr müde bin und ein bisschen Ruhe brauche.

Ich schaue dann noch ein bisschen “Downton Abbey” und genieße das Abschalten und den nicht vorhandenen Kinder-Lärm. Mir fällt ein, dass ich es meinem Sohn ja eigentlich mal versprochen hatte, das ich am Wochenende bei ihm schlafen würde. Also nehme ich meine Decke und krabble doch noch auf die Matratze unter sein Hochbett. Am Morgen haben wir dann Zeit für eine kleine Kuschel-Einheit.

Morgen gibt es dann wieder ein Wochenende in Bildern. Dieses Wochenende wird es vermutlich nicht viel zu berichten geben. Wir werden es ruhig angehen lassen. Das Wetter passt dazu.

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