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#hunderttagebuch: 54/100 – Hochzeitstag

Heute morgen haben wir die Kinder versorgt und mein Mann hat sie in die Kita gefahren. Danach haben wir uns in unserem Lieblingslokal in der Nähe getroffen und haben zusammen gefrühstückt. Endlich konnten wir uns mal wieder in Ruhe unterhalten. Auf diese Weise haben wir heute unseren ersten Hochzeitstag gefeiert.

Vor einem Jahr haben wir uns endlich getraut. Zu dem Zeitpunkt hatten wir bereits zwei Kinder und waren schon länger als ein Jahrzehnt zusammen. Eigentlich war uns eine Heirat nie wichtig gewesen und doch fühlt es sich jetzt sehr gut an, dass wir alle den gleichen Nachnamen haben.

Wir hatten “nur” eine standesamtliche Trauung. Sie fand kurz vor dem zweiten Lockdown im letzten Jahr statt. Wir hatten richtig Glück, denn eine Woche später waren kleinere Feiern und Reisen schon wieder untersagt. So fiel nur unsere kleine Hochzeitsreise dem erneuten Lockdown zum Opfer.

Aufgrund der Corona-Situation hatten wir von Anfang an klein geplant und nur die engste Familie eingeladen. Und auch aus der kleinen Runde kamen nur einige, denn unser Hochzeitstag war mitten in der Woche und nicht jeder konnte sich frei nehmen.

Alle hatten sich schick gemacht. Ich habe mir die Haare beim Friseur hochstecken und mich sogar schminken lassen. Ich fühlte mich etwas angemalt und fand auch, dass ich mindestens fünf Jahre älter aussah mit der dicken Schicht auf der Haut. Trotzdem hat es mich den Rest des Tages nicht gestört.

Neun Leute durften mit ins Standesamt inklusive der Kinder. Einige mussten also draußen warten. Die Standesbeamtin saß hinter einer Plexi-Glasscheibe, alle bis auf das Brautpaar mussten die Masken aufbehalten. Eine Fotografin, die uns mit ein paar schönen Erinnerungsfotos versorgt hat, hatten wir uns auch gegönnt.

Mein großer Sohn turnte durch den Raum und gab der Standesbeamtin unsere Ringe, der Kleine saß bei meinem Mann auf dem Schoß. Ich war doch etwas aufgeregt. Die Rede der Standesbeamtin hörte ich kaum. Sie hatte wohl ein paar Dinge gesagt, die mein Feministinnen-Herz hätte aufschreien lassen, aber ich habe nichts wahrgenommen. Plötzlich wurden wir aber etwas gefragt, nämlich wie wir uns kennengelernt haben. Ich habe irgendwas erzählt, dann kamen die Unterschriften, ein Kuss und wir wurden auch vor dem Gesetz ein Paar.

Anschließend wurden ein paar Gruppenbilder in schöner herbstlicher Kulisse aufgenommen. Es war deutlich kälter als heute, aber es hat immerhin nicht geregnet. Leider gibt es kein Foto auf dem alle Gäste zusammen drauf sind. Den Rest des Nachmittages wurden wir in unserem Lieblingslokal in unserer Nähe bewirtet, pro forma mit einer Plexi-Glas-Scheibe zwischen uns um die große Gruppe zu trennen. Zum Glück durften wir aber im Laufe des Nachmittages die Plätze tauschen.

Abends bin ich glücklich, müde und zufrieden eingeschlafen.

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